Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven

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Inhalt: Strombauwerke

In der Abteilung Strombau des Wasserstraßen- und Schifffahrtamtes Wilhelmshaven werden die Arbeiten zur Sicherung des Bestandes der Insel Wangerooge gemäß Wasserstraßengesetz sowie die erforderlichen Maßnahmen an dem Strombauwerk Minsener Oog zusammengefasst. Während die Arbeiten auf Minsener Oog die gesamte Insel umspannen, werden auf Wangerooge nur seeseitig Strombaumaßnahmen vom WSA durchgeführt, die wattseitige Sicherung der Insel obliegt des Behörden des Landes Niedersachsen.

Der ausschließlich seeseitige Strombau des Bundes auf Wangerooge umfaßt die Unterhaltung der Randdünen einschl. ihrer Sicherungswerke (Buhnen, Deckwerke, Längswerke und Ufermauern), welche als "Schutzdünen" gewidmet sind. Insgesamt unterhält das WSA auf Wangerooge damit 23 Buhnen mit ca. 8 km Länge und 5,4 km Deckwerk; davon ca. 2,7 km Ufermauer.

Seebuhne Wangerooge Querprofil
Aufbau einer Seebuhne (hier Buhne P)

Die Lage der Insel Wangerooge hat sich in historischen Zeitabläufen ständig verändert: Eine langsame Nord-Süd-Verschiebung infolge der Meeresspiegelanhebung wurde überprägt von einer schneller ablaufenden West-Ost-Verschiebung, die mit der Verkleinerung des Rückseitenwatts (Eindeichung der Harlebucht) und der West-Ost-Wanderung der Sedimente vor dem Gürtel der ostfriesischen Inseln in Verbindung gebracht werden kann. In der Folge wurde das alte Westdorf zur Jahreswende 1854/55 durch Sturmfluten fast vollständig zerstört und 1863 aufgegeben.

Historische Zeitablauf

Sofort nach der Gründung von Wilhelmshaven als Kriegshafen erkannte die preußische Marine, daß eine weitere Ostverlagerung der Insel, die sich in der zunehmenden Auflösung des Westkopfes abzeichnete, zu schweren Beeinträchtigungen des Fahrwassers in der Außenjade führen würde. Von 1874 bis 1876 legte sie mit einem Buhnensystem den Westkopf der Insel fest. Diese Arbeiten wurden bis 1940 in insgesamt sechs Bauabschnitten mit dem Bau von weiteren Buhnen und Längswerken (Ufermauern) fortgesetzt.Das damit geschaffene System von Sicherungswerken hat bis heute auch weiterhin seine Bedeutung in bezug auf die Aufgabenerfüllung nach den rechtlichen Vorgaben des Bundeswasserstraßengesetzes.

Wegen der Zerstörungen der bestehenden Sicherungswerke nach den schweren Sturmfluten in den Jahren 1962, 1973 und 1976 wurden u.a. alte Ufermauern durch massive Deckwerke ersetzt oder geschützt. Vom Südwesten der Insel in Richtung Westen waren dies:

1974 Uferdeckwerk Südwest als Ersatz der Südwestmauer
1962-1964 Uferdeckwerk West als Ersatz der Westmauer
1972-1975 Uferdeckwerk Nordwestlängswerk zum Schutz "alter Reichsdeich" und Norddünen
1979-1985 Uferdeckwerk Nord zum Schutz der alten Nordmauer
1993-1994 Sanierung der "Oldenburger Mauer"

Heute werden die laufenden Unterhaltungsarbeiten an den Randdünen, wie Sandfangmaßnahmen, und kleinereInstandsetzungsarbeiten an den Sicherungswerken vom Stützpunkt Wangerooge des Außenbezirks des WSA durchgeführt.

Instandsetzungsarbeiten Seebuhne Wangerooge

Das Buhnensystem von Minsener Oog ist ein wichtiger Fixpunkt im Rahmen der Unterhaltungsaufgabe für die Schifffahrtsstraße Jade. Das tiefe Fahrwasser der Jade wird durch die Strombauwerke Minsener Oog nämlich entscheidend stabilisiert.

Bevor 1909 mit dem Bau der Strombauwerke auf Minsener Oog begonnen wurde, veränderte der in der Außenjade von Westen nach Osten durch die Jade hindurchwandernde Sand das Fahrwasser nach Wilhelmshaven stark in seiner Lage und Tiefe. Wie schon vorher auf Wangerooge erkannte die preußische Marine auch hier Handlungsbedarf, um mit Zunahme der Größe und des Tiefgangs der auf der Jade verkehrenden Schiffe ein lagestabiles und ausreichend tiefes Fahrwasser zu schaffen. Das konnte dadurch geschehen, daß die Wanderung des Sandes durch die Außenjade in Form von Platen verhindert wurde. Diese Aufgaben sollten und haben die Strombauwerke auf Minsener Oog übernommen.

Die historische Entwicklung der Strombauwerke beginnt 1909:

1909 - 1913 Bau des Hauptdamms, 3635 m
1909 Bau der Buhne C, 550 m
1910 - 1930 Bau der Buhne A, 3000 m
1920 - 1926 Bau der Stichbuhnen am Hauptdamm, zus. ca. 1200 m
1927 - 1928 Bau der Buhne B, 1300 m
1936 - 1937 Bau des Süddamms mit Stichbuhne, 1550 m

Zwischen 1978 und 1980 wurden auf dem Südteil der Insel ca. 12 Mio. m³ Sand aus der Fahrwasserunterhaltung aufgespült, seit dieser Zeit konnte sich die künstliche Buhnenspinne Minsener Oog zu einem Naturreservat als bedeutendes Rast-, Brut- und Rückzugsgebiet für Seevögel entwickeln.

Die positive Bedeutung der Strombauwerke Minsener Oog für das tiefe Fahrwasser der Jade ist auch heute unverändert: Die Strombauwerke tragen erheblich zur Reduzierung der Kosten für die Erhaltung des Jadefahrwassers bei. Das WSA konzentriert sich heute bei den Unterhaltungsmaßnahmen auf Minsener Oog insbesondere auf den Erhalt der vollen Funktions- und Leistungsfähigkeit von Hauptdamm und Buhne A, die beide das Rückgrat von Minsener Oog bilden. Im Rahmen dieses Konzeptes wurde zuletzt 2001 im südlichen Kopfbereich des Hauptdamms eine Abweiserbuhne für den Ebbstrom der Minsener Balje ausgeführt ("Neue Stichbuhne II").


Ansprechpartner: 
Ralf Harms
Sachbereich 2, Strombau und Inselschutz
Tel.: 04421/186-328
Fax: 04421/186-308
E-Mail: Ralf.Harms@wsv.bund.de